Nach einem 24-stuendigen Flug erreichen wir am 30. November
das Moloch Manila. Wegen einiger organisatorischer Dinge und zwecks
Akklimatisierung – die hohe Luftfeuchtigkeit ist nach dem trocken-heissen Klima
Afrikas neu fuer uns – verbringen wir vier Tage in der stinkenden 11 Millionen
Metropole, bevor wir uns nach Nord Luzon in die (fast alpenlaendisch
anmutenden) Berge fluechten. Hier koennen wir im wahren Wortsinn endlich mal
wieder durchatmen, durch unterirdische Hoehlensysteme klettern, die zahlreichen
Reisterrassen (zu dieser Jahreszeit leider zumeist ohne Reis) bewundern.
Nach
einer Woche im Norden fliegen wir nach Palawan. Dort treffen wir Henne und
Claudi, zwei Freunde aus Konstanz, die auch gerade ihre Asienreise beginnen. Die
Freude darueber ist so gross, dass wir uns erst einmal einen Biertower der
lokalen Starkbiermarke "Red Horse" bestellen (laut Henne auf jeden Fall mit Psychopharmaka angereichert), und dies am naechsen Tag bitter bereuen: Unser Kopf fuehlt sich an, als ob in ihm ein Bagger sein Unwesen triebe; tatsaechlich reisst ein solcher direkt vor unserem Haus die Strasse auf ;). Mit den Beiden erkunden wir
Palawan, wie es sich fuer den Inselstaat Philippinen gehoert: zu, unter oder
wahlweise auch im Wasser. So will auch nicht wirklich Weihnachtsstimmung
aufkommen, weswegen es zum Feste anstatt Gans Krokodil, statt Geschenken
Gluecksspiele und statt Gluehwein mal wieder Bier gibt (die Bierpreise sind seit
Afrika noch mal gefallen; sie liegen nun bei 80 Cent).
Zu Silvester fliegen wir
auf eine kleine Insel vor der Kueste Mindoros, die man in einer Stunde umrundet
hat und wo wir direkt vor der Haustuere riesige Meeresschildkroeten erschnorcheln koennen. Wir starten mit Spanferkel, viel Meeresgetier und Sangria in das
neue Jahr und feiern drei Jahrzehnte Tobi :-).
Anstatt eines Jahres- nun unser
persoenlicher Philippinenrueckblick: Wider vorheriger Berichte begegnen uns die
Menschen sehr freundlich, im Vergleich zu Afrika fuehlen wir uns willkommener
und weniger bedraengt. Das Essen ist einfach, aber gut – lobend erwaehnt sei
der Thunfisch in Sushi-Qualitaet (Sashimi) fuer nur wenige Pesos. Die halb ausgebrueteten
Enteneier haben wir allerdings vorsorglich nicht probiert… Von den Filipinos koennen wir Europaer uns ruhig mal eine Scheibe abschneiden: Taifune und
sonstige Naturkatastrophen scheinen ihre Lebensfreude nicht daempfen zu koennen
– es wird viel (und schlecht) Karaoke gesungen, Hahnenkaempfe werden
ausgetragen, man feiert, trinkt und schlemmt. Der Filipino macht sich seinen Alltag bunt, davon zeugen allein die in den aufregendsten Farben in
liebevoller Handarbeit lackierten "Jeepneys" – das Transportmittel Nr. 1, dicht
gefolgt vom motorisierten "Tricycle".
Jetzt heisst es "Tricycle" gegen "Cyclos", Pesos gegen Dong und "Red Horse" gegen "Bia Hoi" eintauschen: Vietnam,wir kommen!