Sonntag, 16. März 2014

Laos und Kambodscha - wilde Natur und warmherzige Menschen



Ein Szenenspiel irgendwo in Laos 

(Alex und Tobi werden von finster dreinblickenden Polizisten mit dem Motorroller an den Strassenrand gewunken)
Polizist: "You have to pay 10 $!"
A+T: "Why?"
Polizist: "You drove in the wrong direction!"
A+T: "But... There was no sign! (Waehrenddessen fahren zehn Laoten in die selbe, "falsche" Richtung)
Polizist: "Okay, 5 $."
A+T: "No, we won't pay 5 $."
Polizist: "Then you have to go to the police office to get your driver's license back."
A+T: "Okay." (Den nutzlosen Internationalen Fuehrerschein kann er gerne behalten...)
(Wir bewegen uns Richtung Roller und wollen wegfahren)
Polizist (gibt uns den Fuehrerschein zurueck): "Okay, one Coke for me...???"

Nur ein Beispiel von vielen - die Polizei hat uns mehrmals aus dem Verkehr gefischt, bezahlt haben wir aber nie etwas. Besonders lustig ist, dass die Kontrollen vor Wochenenden und Feiertagen zunehmen, denn wie jeder normale Buerger ja auch, braucht der gemeine Streifenpolizist da etwas mehr Geld. Gott sei Dank dominiert in Laos nicht nur die allgegenwaertige Korruption, sondern auch die Natur, die wir so urspruenglich selten gesehen haben. Genauso wie das Gruen der Natur gehoert das Orange der Moenchskutten zum Gesamtbild Laos'. Der Alltag eines buddhistischen Moenches beginnt bereits um vier Uhr morgens mit dem alltaeglichen Almosengang. Die Bewohner der Stadt oder des Dorfes versammeln sich knieend am Strassenrand und spenden den in langen Reihen vorbeiziehenden Moenchen Klebereis in ihre Almosentoepfe. Die zwei einzigen Tagesmahlzeiten der Moenche bestehen aus eben diesem "sticky rice", der, bevor er auf dem Teller landet, schon durch zehn Haende gegangen ist - mmh, lecker! 

Kambodscha
Vom Dschungel ist in Kambodscha leider nicht mehr viel uebrig geblieben, denn dieser wurde durch trostlose Mais-, Mango- oder Gummibaumplantagen ersetzt, bei deren Anblick man manchmal heulen koennte. Dafuer noch ueberraschend unberuehrt: die Kueste Kambodschas, wo wir die besten Tintenfische und Krebse unseres Lebens gegessen haben. Jederzeit vom Liegestuhl aus verfuegbar dank emsiger fliegender Haendler, die den 20 Kilo schweren Grill bei 35 Grad von morgens bis abends den Strand rauf und runter schleppen. Unglaublich angenehm ist das friedfertige Gemuet der Kambodschaner, selten ist es vorgekommen, dass wir nicht breit angelaechelt wurden. Das Laecheln ist uns wiederum angesichts der Graeueltaten der "Roten Khmer" vergangen. Rund um Phnom Penh, der Hauptstadt, konnten wir ein ehemaliges Gefaengnis und die "killing fields", ein einstiges Exekutionslager, dieser von 1975-79 herrschenden, sozialistischen Partei besichtigen. Ca. zwei Millionen v. a. gebildete Kambodschaner wurden von ihren Landsleuten unter der Fuehrung von Pol Pot massakriert, um dessen wahnwitzigen Plan vom sozialistischen Bauernstaat zu verwirklichen. Trotz aller Zerstoerungswut: An das Nationalheiligtum "Angkor Wat" - eine riesengrosse Tempelanlage - haben sich die "Roten Khmer" zum Glueck nicht herangetraut. "Angkor Wat" ist leider schon lange kein Geheimtipp mehr, und so war das Ganze zwar ueberwaeltigend, aber beim Sonnenuntergang ueber der Tempelstadt - geteilt mit geschaetzen 1001 japanischen und chinesischen Reisegruppen - wollte nicht so recht romantische Stimmung aufkommen. Wer weiss, wie lange die verwunschenen Tempel (die Kulisse fuer Indianer Jones-Filme haetten sein koennen und fuer Tomb Raider waren) noch existieren. Stueck fuer Stueck wuchert der Dschungel ueber die Anlage und laesst teils bizarre Kunstwerke aus Mauern und Wurzeln entstehen. 
Definitv ein Highlight der Reise: die Fahrt mit dem "bamboo train" - eine Bambusplattform, zwei Achsen, ein fuenf PS-Motor. Wenn das Gefaehrt trotz krummer Schienen so gerade eben nicht entgleist, muss es bei Gegenverkehr wegen Einspurigkeit von den beiden "Lokfuehrern" in seine drei Einzelteile zerlegt und von der Schiene gehoben werden. Jedes Mal ein lustiger Anblick... Leider ist der "bamboo train" vom Aussterben bedroht, und heutzutage faehrt man lieber zu zehnt(!) in einem normalen Auto (fuenf vorne, fuenf hinten, dabei zwei auf dem Fahrersitz - ihr koennt uns glauben, das war verdammt unbequem). Trotz aller Polizeieskapaden, unser Fortbewegungsmittel Nr. 1 ist immer noch der Roller: 3,70 Euro Tagesmiete, 90 Cent Spritkosten, Reifenreparatur 50 Cent (unser erster Platten irgendwo im Nirgendwo) - oekonomischer geht's nicht!
Das Wichtigste zum Schluss: stabile Bierpreise, besonders wichtig bei der steigenden Temperaturkurve (im Moment ca. 35 Grad Tagestemperatur), die im April, dem "Killermonat", ihren Hoehepunkt mit 40 Grad erreichen wird. Wir zittern jetzt schon ;-) ...

P.S.: Man achte bei den Fotos auf die Lektuere des Moenches. Und: Wer findet unseren kleinen Reisebegleiter? Der erste richtige Post gewinnt ein kleines Mitbringsel!!!


























 







5 Kommentare:

  1. Ja hier ich, ich, ich...(der Lexmeister ;)
    auf Bild neun sitzt das komische Getier=Reisebegleiter (sieht aus wie ein Pokemon???) in der Hand der Statue.
    Was liest der Mönch auf Bild3? doch keine Schmuddel-Lektüre?!

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  2. Richtig!!! Du warst auch unser Topfavorit;-)!!! Na dann überlegen wir uns was schönes für dich:-)...
    Der Mönch liest: "sister love"...böser Mönch-der kommt bestimmt in die buddhistische Hölle!

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  3. Eyyyh, ich möchte so'n Elefant haben bitte (den großen da)! Bloß kein Almosenreis, pfui, schebbich!

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  4. Verdammt, dann essen wir den jetzt selber:)-keine sorge du bekommst ein feini mitbringsel..; p

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  5. Auf Bild neun :)
    Bekomm ich trotzdem was?ich hab's jetzt erst gelesen :D
    Viel Spaß noch :)
    Vani :)

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